DOWAS für Frauen

1984

Im Juni 1984 bildete sich die Initiativ­gruppe „DOWAS für Frauen“ und ein erstes Konzept für eine betreute Wohn­gemein­schaft für wohnungs­lose Frauen wurde erstellt. Vor allem Frauen, welche aus der Haft entlassen wurden, Frauen mit Drogen­problematik und obdach­lose Frauen finden in Innsbrucks Vereinen keinen Wohn­platz.
Am 13.12.1984 erfolgte die Gründung des Vereins DOWAS für Frauen. Maß­geblich daran beteiligt waren DSAin Heidrun Schoißwohl (Obfrau), Mag.a Helga Oberarz­bacher (Obfrau-Stell­vertreterin), Mag.a Herta Eberharter-Krismer (Obfrau-Stell­vertreterin), Margit Drexel (Kassierin), Adelheid Wüstner (Schrift­führerin) sowie Peter Stecken­bauer, Dr.in Inge Mühl­steiger und Grete Heel in beratender Tätig­keit.

1985

Von Dezember 1984 bis Jänner 1985 findet eine Bedarf­serhebung und im April des­selben Jahres eine Enquete zu dem Thema statt. Dazu wurden neun Poli­tikerIn­nen von der Stadt und vom Land eingeladen — es nimmt aber lediglich Landesrat Fritz Greiderer teil. Im Dezember wird die Wohn­gemein­schaft in der Adam­gasse an­gemietet, die Finan­zierung ist vorerst gesichert. Der SPAK (Sozial­politischer Arbeitskreis) formiert sich, das DOWAS für Frauen ist seit­her ein aktives Mit­glied.

1986

Am 27.02.1986 wird die Wohn­gemein­schaft mit neun Wohn­plätzen in der Adam­gasse eröffnet. Die erste Frau wird am 10.03. auf­genommen und zieht ein. Die Wohn­gemein­schaft ist 160 m2 groß und für acht Frauen und deren Kinder konzi­piert. Ziel­gruppe sind unter­kunfts­lose und arbeit­slose Frauen mit ihren Kindern, die in keiner bestehenden Ein­richtung auf­genommen werden. Die Frauen sind im Alter zwischen 16 und 30 Jahren. Die Betreuung ist auf sechs Monate befristet und die Frauen werden rund um die Uhr betreut. Bereits im ersten Jahr des Bestehens der Wohn­gemein­schaft zeigt sich, dass die Frauen, die ausziehen konnten, Nach­betreuung benötigten. Sie nehmen immer wieder Kontakt mit dem Verein auf und benötigen Unter­stützung oder Beratung. Wohnungs- und arbeits­suchende Frauen nehmen die Wohn­gemein­schaft als Beratungs- und Anlauf­stelle in An­spruch.

1987

Die längerfristige Finan­zierung des Vereins – vor allem, was die Personal­kosten betrifft – ist in Frage gestellt. Die Politik fordert den Verein auf „Eigen­leistung“ durch ehren­amtliche Sozial­arbeit zu erbringen. Trotz der hohen Aus­lastung der WG steht der Verein kurz vor der Schließung. Durch die Aktion 8000 und das Aka­demiker­training kann der Verein zumindest ein weiteres Jahr weiter­geführt werden.
Das DOWAS für Frauen bietet Über­gangs­wohn­möglich­keiten für Frauen und deren Kinder und ist die einzige Ein­richtung dieser Art in Tirol!
Der Verein fordert in diesem Jahr das Land Tirol und die Gemeinden Tirols auf Maß­nahmen zur Vor­beugung von Ar­mut zu treffen.

1988

Das Sozial­amt weigert sich die Kosten für die Bewoh­nerin­nen des DOWAS für Frauen zu übernehmen. Der Verein geht mit dem Thema Zwei Jahre Arbeit mit obdach­losen Frauen in die Öffent­lich­keit. Von 1986 bis 1988 steigt die Obdach­losig­keit vor allem von jungen Men­schen in Öster­reich stark an: 1986 – 14 % Steigerung, 1988 – 50 % Stei­gerung. Diese Steige­rungen haben natürlich Aus­wir­kungen auf das DOWAS für Frauen – der Bedarf erhöht sich maß­geblich.
In diesem Jahr wird die Wohn­gemein­schaft gezwun­gener­maßen erst­mals teil­weise über Tag­sätze finan­ziert. Erst mit Ende des Jahres 1988 stellen die Stadt und das Land die Finan­zierung eines Teils der Personal­kosten ab 1989 in Aus­sicht. Ohne diesen Be­schluss und die Tag­satz­finan­zierung wäre der Verein erneut mit der Schließung kon­fron­tiert gewesen.

1989

Erste Sockel­subven­tion wurde auf­grund der Pro­bleme mit der Tag­satz­finan­zierung von Stadt und Land genehmigt. Mit 01.08.1989 tritt die Novelle im Arbeits­losen­ver­siche­rungs­gesetz in Kraft.

1990

Das Konzept von 1984 wird über­arbeitet und an­gepasst. Mit 01.01.1990 werden Ände­rungen im Sozial­recht um­gesetzt.

1991

Im Jahr 1991 mietete der Verein DOWAS für Frauen die ersten zwei Über­gangs­wohnungen für das Projekt „Be­treutes Wohnen“ an. Seit dieser Zeit bietet der Verein „Be­treutes Wohnen“ an. Mit den Jahren wurde dieser Bereich zu einem unver­zicht­baren Bestand­teil der Ein­richtung.
Die Wohn­gemein­schaft über­siedelte im De­zember in das Haus in der Dr.-Stumpf-Straße 118, in dem sie sich auch heute noch befindet.
Ein Teil der Räum­lich­keiten in der Adam­gasse wird als Über­gangs­wohnung adaptiert, die rest­lichen Räume dienen dem Verein als Büro und Bera­tungs­stelle.
Grün­dung der Arbeits­gemein­schaft Be­treutes Wohnen – diese besteht bis zum heutigen Tag. Damals waren fol­gende Vereine beteiligt: Frauen­haus, Verein zur För­derung des DOWAS, Verein für Ob­dach­lose, Verein DOWAS für Frauen.

1992

In diesem Jahr werden weitere vier Wohnungen für den Bereich Be­treutes Wohnen angemietet.

1993

Im Novem­ber wird erst­malig eine Kinder­fach­frau für die Be­glei­tung der Kinder und Jugend­lichen in der Wohn­gemein­schaft angestellt.
Es werden fünf weitere Woh­nungen für den Be­reich Be­treutes Wohnen angemietet.

1994

Kam es zur personellen Trennung und inhalt­lichen Speziali­sierung der Arbeits­bereiche. Eine per­sonelle Auf­stockung ist möglich: drei Mitar­beite­rinnen waren im Bereich ambulante Be­ratung (Beratungs­stelle und Be­treutes Wohnen) und fünf Mitar­beite­rinnen waren in der Wohn­gemein­schaft beschäf­tigt.
Die Stadt kündigt Kür­zungen um 10 % im lau­fenden Jahr an und setzt diese auch um. Eine Welle des Pro­tests geht durch die Sozial- und Kultur­initia­tiven es findet ein „Budget-Leichenzug“ statt.

1995

Dem Projekt Be­treutes Wohnen droht das aus, erst mit Ende des Jahres kommt es zu einer Lösung in Bezug auf die Subven­tionen zwischen Land und Stadt. Erst nach Pro­testen gibt es für die Arbeits­gemein­schaft Be­treutes Wohnen die bean­tragten ATS 500.000,— von der Stadt Inns­bruck. Mit Beginn des Jahres ändert die Sub­ventions­kultur bei Land und Stadt, erstmals ist es nötig Anträge zu stellen, welche nach Prüfung gewährt werden. Es gibt erste Bestre­bungen und Verhand­lungen die Sub­ventionen für Sozial-, Gesund­heits-, Jugend- und Kultur­initia­tiven auf eine ver­trag­liche Basis zu heben.
1995 wird das erhöhte Kinder­betreu­ungs­geld in Öster­reich gekürzt.

1996

10-jähriger Geburts­tag des DOWAS für Frauen mit Fest­akt im Land­haus und poli­tischer Promi­nenz. Eine Fest­schrift wird ge­druckt.
Bundes­weit rollt eine Spar­welle auf den Sozial­bereich zu, auch das DOWAS für Frauen rechnet mit Kür­zungen.

1998

Die Anstellung der Kinder­fach­frau kann durch eine Spende um 10 Stunden auf­gestockt werden.

1999

Durch eine Sonder­sub­vention des JUFF kann zum ersten Mal ein männ­licher Kinder­be­treuers mit 20 Wochen­stunden für ein Jahr in der Wohn­gemein­schaft an­gestellt werden.

2000

Der Trend zu jüngeren Klien­tinnen – vor allem in der Wohn­gemein­schaft – nimmt stark zu. Durch die Schwie­rig­keiten bei der Finan­zie­rung durch das Tag­satz­modell der Wohn­gemein­schaft führt zu Über­legungen die Wohn­gemein­schaft eventuell schließen zu müssen.

2001

Nach inten­siven Verhand­lungen mit verschie­denen Bundes­mini­sterien bekommt der Verein höhere Subven­tionen. Zugleich werden vereins­intern Spar­maß­nahmen im Ver­waltungs­bereich durch­geführt, was den Verein auf eine besser finan­zielle Basis stellt. Viele lang­jährige Mit­arbeite­rinnen wenden sich neuen Auf­gaben zu oder gehen in Karenz. Dadurch entsteht ein neues, junges Team. Franziska Bebelmann, Mitar­beiterin der ersten Stunde und Vereins­obfrau der letzten Jahre, wechselt in einen anderen Arbeits­bereich. Der Vor­stand besteht nun aus vier Frauen, davon zwei externe Frauen und je eine Mit­arbeiterin aus der Wohn­gemein­schaft und der Beratungs­stelle. Eine betriebs­wirt­schaft­liche Geschäfts­führerin wird an­gestellt, die inhalt­liche Lei­tung übernimmt die neue Ob­frau, DSAin Jasmine Alge.

2002

Die Anzahl der betreuten Frauen steigt in der Bera­tungs­stelle um 70 % im Ver­gleich zu 2001. Finan­zielle und existen­zielle Pro­bleme sind häufige Bera­tungsin­halte. Das neue Mit­arbeite­rinnen-Team hat sich gut einge­arbeitet, trotz­dem sind die An­forderungen mit dem bis­herigen Stunden­ausmaß kaum zu bewäl­tigen. Bundes­mini­sterien streichen oder kürzen Subven­tionen. In der WG wird das Pro­jekt Migrantinnen gestartet.
Das DOWAS für Frauen geht erstmals mit einer eigenen Home­page online. Es werden Folder in mehreren Sprachen angeboten. Außer­dem wird mit einer Plakat­aktion in den IVB-Bussen auf die Themen der Frauen aufmerk­sam gemacht.

2003

Wieder ist die Anzahl der ambulant betreuten Frauen gestiegen. Mehr Frauen aus dem Stadt­gebiet nehmen Bera­tungen wahr. Es zeigt sich eine steigende Tendenz von Frauen mit physischer und psy­chischer Proble­matik.
Für den Bereich der betreuten Übergangs­woh­nungen und der am­bulanten Bera­tung wird vom Land Tirol eine Stunden­auf­stockung finan­ziert. Die an­fänglich positiven Verhand­lungen über eine alter­native Finan­zierung der Wohn­gemein­schaft (statt des Tagsatz­modells) mit der zu­ständigen Landes­rätin scheitern im Dezember am Veto der Stadt Inns­bruck. Gleich­zeitig wird das DOWAS für Frauen (und 2 andere Frauen­ein­richtungen) vom Wieder-Abschluss des 3-Jahres-Vertrages für Subven­tionen vom zu­ständigen Sozial-Stadtrat der Stadt Inns­bruck erst aus­geschlossen, dann folgt eine Vertrags­vorlage für 2004 mit einer Kürzung der Sub­vention um 25 %.
Anlässlich der Novel­lierung des Sozial­hilfe­gesetzes liefern die Mit­glieder des SPAK die nötigen Daten für eine Armuts­studie. Diese wird vom ÖGB und der Caritas finanziert, leider vers­chwindet die Studie in der Schub­lade und wird nicht zur Über­arbeitung des Gesetzes heran­gezogen.

2004

Die Klientin­nenzahl in der Bera­tungs­stelle steigt im Ver­gleich zum Vor­jahr um 70 %. Der 3-Jahres-Vertrag mit der Stadt Inns­bruck ist immer noch nicht ver­wirk­licht, aber die Höhe der Stadt-Sub­vention für die Wohn­gemein­schaft wird letztl­ich doch in der selben Höhe wie im Jahr 2003 genehmigt. Im Be­treuten Wohnen ist die Anzahl der Übergangs­woh­nungen im Laufe des Jahres auf­grund von Subven­tions­kür­zungen von 12 auf 9 reduziert worden. Die Vernet­zungs­ar­beit mit anderen Sozialeinrichtungen – beispielsweise im SPAK – und die Öffent­lich­keits­ar­beit sind Schwer­punkte im Jahr 2004.

2005

Erst Ende November ist die Finan­zierung der Beratungs­stelle zum Groß­teil von Stadt und Land wie beantragt be­willigt. Um die bis dorthin fehlenden Mittel aus­zugleichen, konnten während des Jahres keine Urlaubs- und Krankenver­tretungen ange­stellt werden. Zusätz­lich mussten die Öffnungs­zeiten der Beratungs­stelle ver­kürzt werden. In der Wohn­gemein­schaft werden größere Instand­haltungs­maß­nahmen und Um­bauten mit Unter­stüt­zung des BM für Justiz getätigt.

2006

Im Februar besteht die Wohn­gemein­schaft 20 Jahre. Im April tritt die lang­jährige Mit­arbei­terin und Ob­frau des Vereines DSAin Jasmine Alge von allen Funk­tionen wegen Eltern­karenz zurück. Ihre Funk­tionen über­nimmt DSAin Karin Bröckl. Als positiv sind der Abschluss von 3-Jahres­verträgen mit der Stadt Inns­bruck und die Zusage der angesuchten Subven­tionen für 2007 seitens des Landes Tirol zu werten. Nach jahre­langer unsicherer Finan­zierungs­situation ermöglicht dies eine bessere Planung und Ein­teilung der Res­sourcen.
Das Konzept wird überar­beitet, die Arbeits­bereiche werden nun inhaltlich vonei­nander getrennt. Seit­her gibt es eine Differen­zierung zwischen den Bereichen Sozial­arbeit, psycho­sozialer Bereich und Kinder­bereich.
Auf­grund der steigenden Klien­tin­nenzahl und der hohen Nach­frage an Bera­tungen ist die Tren­nung der Bereiche Be­ratungs­stelle und Betreutes Wohnen in Planung.

2007

Das DOWAS für Frauen folgt mit einer inner­betrieb­lichen Umstruk­turierung einem Trend, der in vielen femini­stischen Frauen­vereinen zu beobachten ist. Es kommt zu einer Um­struktu­rierung weg von einem basis­demo­kra­tischen Modell hin zu einem Modell der spezielleren Arbeits­teilung und Hierar­chisierung. Dies kann als Ant­wort auf den stei­genden Arbeits­aufwand in der Ver­waltung und in der Organi­sation – aber auch in der Arbeit mit den Klientin­nen gesehen werden. Ab Sommer 2007 übernimmt DSAin Daniela Lechleitner die Stelle der betriebs­wirtschaft­lichen und inhalt­lichen Geschäfts­füh­rerin. Diese Funk­tionen sind von denen der Ob­frau des Vereines, Frau Dr.in Margit Mennert, getrennt. Im Herbst 2007 feiert der Verein sein 21-jähriges Be­stehen mit einem Fest­akt.
In diesem Jahr gelingt es nach längeren Verhand­lungen mit der Frauen­ministerin die Beratungs­stelle des DOWAS für Frauen zur Frauen­service­stelle an­erkennen zu lassen. Dies bedeutet für die nächsten drei Jahre eine finan­zielle Ab­sicherung von Seiten des Bundes­kanzler­amtes für Frauen.

2008

Die per­sonelle Trennung der Bereiche Beratungs­stelle und Betreutes Wohnen gelingt nach einer Aktion im öffent­lichen Raum Frauen stehen auf der Straße.
Es kann eine zusätz­liche Sozial­arbeiterin mit 23 Wochen­stunden für die Beratungs­stelle mit 01.01.2009 an­gestellt werden. Außerdem können in diesem Jahr zusätzliche gering­fügige Stellen geschaffen werden: eine Kinder­fach­frau für das Betreute Wohnen und eine Ver­tretungs­frau für die Wohn­gemein­schaft wird an­gestellt.
Die Konzept­änderungen werden fertig­gestellt und diese haben zur Folge, dass Frauen mit Drogen­proble­matik nicht mehr auf­genommen werden können.
Trotz des Wunsches seitens des Landes Tirol und der Bundes­mini­sterien konnte ein erster Schritt zur Regio­nali­sierung einer Frauen­beratungs­stelle in Schwaz – Konzept und Idee DSAin Jasmine Alge – nicht durch­geführt werden, da es schluss­endlich zu keiner Eini­gung der Subven­tionspart­ner kommt.

2009

Zwei Mitarbeiterinnen teilen sich die Bera­tungen, die Anlauf­stelle und das Gruppen­angebot mit Unter­stützung einer Vertretungs­frau in der Beratungs­stelle in der Adam­gasse auf. In diesem Jahr wird als 14-tägiges Gruppen­angebot ein Frauen­info­cafe angeboten. Zum ersten Mal wird eine Langzeit­prakti­kantin auf­genommen.
Frauen mit psy­chischen Erkran­kungen und geringem Budget können kaum Therapie­plätze in An­spruch nehmen, da die Zu­schüsse zu gering sind. Nach wie vor kämpfen allein­stehenden Mütter mit schwie­rigen und un­flexiblen Bedin­gungen bei den Betreuungs­möglich­keiten ihrer Kinder. Die An­zahl der Klientin­nen mit Mig­rations­hinter­grund nimmt zu.

2010

ist das Europäische Jahr zur Bekämpfung von Armut und sozialer Aus­grenzung. Um die Aufmerk­samkeit in Inns­bruck auf Frauen­armut zu lenken, veranstal­teten wir ein Straßen­theater zum Thema Wenn‘s für Nichts mehr reicht. In Öster­reich sind 560.000 Frauen trotz Berufs­tätigkeit und Ein­kommen von Armut bedroht. In besonderem Maße allein­stehende Frauen mit Kindern.
Dies spiegelt sich in unseren Bera­tungen wider: mehr als ein Drittel der Bera­tungen betrifft in dieser Zeit finan­zielle Belange. Gleich­zeitig muss fest­gestellt werden, dass es immer schwie­riger wird, Lösungs­wege aus diesen finan­ziellen Not­lagen zu finden.
Erstmals werden Beratungs­termine am Abend vergeben, um berufs­tätigen Frauen die Möglich­keit zu geben, Bera­tungen in An­spruch zu nehmen.

2011

25-jähriger Geburtstag des DOWAS für Frauen!
Erstmals wird dem Betreuten Wohnen eine Stadt­wohnung zur Ver­fügung gestellt, welche an eine Frau mit Kind(ern) unter­ver­mietet werden kann. Das DOWAS für Frauen hat sich im Rahmen der ARGE BEWO gemeinsam mit anderen Ver­einen seit Jahren dafür ein­gesetzt, dass von der Stadt Inns­bruck Stadt­wohnungen für die Vereins­tätigkeit zur Ver­fügung gestellt werden. Durch die An­mietung einer Stadt­wohnung kann eine niedrige Miete für die Klientin­nen gewährt werden sowie ein gesicherter lang­fristiger Miet­vertrag.
Die Bedarfs­orientierte Mindest­sicherung und deren Um­setzung im ersten Jahr nach Ein­führung war eines der zentralen Beratungs­themen. In der Praxis haben sich einige Änderungen ergeben. EU Bürgerinnen und Schwei­zerinnen haben in den ersten 3 Monaten ihres Aufent­halts in Öster­reich keine Möglich­keit Mindest­sicherung zu beziehen. Dadurch wird es erschwert, wohnungs­losen Frauen, die in diese Gruppe fallen, auf Wohn­plätze zu vermitteln, die durch Mindest­sicherung (z.B. Tagsatz­finan­zierung in der WG) finan­ziert werden.
Allein­erziehende Frauen sind am Wohnungs­markt äußerst benach­teiligt – Stichwort working poor. Der Bedarf an Beratungen in der Beratungs­stelle steigt stetig bei gleich­bleibenden Res­sourcen.

2012

Das DOWAS für Frauen initiiert durch das Enga­gement von DSAin Daniela Lechleitner die Grün­dung des Aktions­komitees Schwanger­schafts­ab­bruch. Das Aktions­komitee setzt sich aus 17 Sozial­vereinen sowie Politi­ke­rinnen zusammen. Im November findet die Präsen­tation der Forde­rungen im Rahmen eines 4-tägigen Aktions­pro­gramms statt.

Gefordert wird:

  • Fundierte Aufklärung zu den Themen Sexua­lität, Verhü­tung und Schwanger­schaft an Schulen und Erwach­senen­bil­dungsein­rich­tungen!
  • Verhütungsmittel auf Kranken­schein!
  • Angebot des Schwanger­schaft­sab­bruchs an öffent­lichen Kranken­häusern in Tirol!
Das Aktions­pro­gramm reicht von einer Film­vorführung über einen Schrift­stelle­rinnen- und Künstle­rinnen­abend bis hin zu einer Podiumsdis­kussion mit nam­haften Ver­treterInnen aus Medi­zin, Politik und dem psycho­sozialen Bereich. Des Weiteren wurde eine Unter­schriften­aktion ge­startet um die Forde­rungen zu unter­streichen.
Im Laufe des Sommers wurde der Kinder­bereich der WG und der des Betreuten Wohnens zu einem Bereich zusammen­gefasst.
Daraus ergibt sich eine zuständige Kinder­fachfrau und ein zu­ständiger Kinder­betreuer für die Kinder der WG und des Betreuten Wohnens.
Der Vor­stand wurde um­struk­turiert. Er besteht nur mehr aus externen Vorstands­frauen. Obfrau: Dr.in Margit Mennert, Stell­ver­treterin: Gertraud Koch, Kassierin: Dr.in Hadwig Seidl
Inhalt­lich klaffen Ein­kommen und Mieten weiter aus­einander – working poor. Verhand­lungen mit dem Land beginnen um Alter­nativen zum Tagsatz­modell zu dis­kutieren. Das Tag­satz­modell trifft quasi eine Vor­auswahl, wodurch unsere Wohn­einrich­tungen kein nieder­schwelliges An­gebot sein können. Nicht jede wohnungs­lose Frau hat einen Zugang zu den An­geboten des Vereins.
Die Geschäfts­führerin DSAin Daniela Lechl­eitner erkrankt und fällt auf un­bestimmte Zeit aus, Dr.in Margit Mennert über­nimmt mit September interi­mistisch die Geschäfts­führungs­agenden.

2013

Der Verein schlittert in eine finan­zielle und struk­turelle Krise. Unregel­mäßig­keiten bei den Finan­zen werden auf­gedeckt und eine Unter­schlagung kommt zur Straf­anzeige. Zusätz­lich dazu erliegt die Ge­schäfts­führerin DSAin Daniela Lechleitner im September 2013 ihrer schweren Er­krankung. Die Mit­arbeite­rinnen und unsere Netz­werk­part­nerIn­nen sind zutiefst ge­troffen von diesem Verlust. Der Verein befindet sich in einer großen existen­tiellen und men­schlichen Krise.
Im Juli 2013 beschließt der Vereins­vorstand, dass die Geschäfts­füh­rung in einen inhalt­lichen und einen betriebs­wirt­schaft­lichen Bereich aufgeteilt wird. Im August 2013 beginnt Dr.in MMag.a Sabine Steiger als wirt­schaft­liche Geschäfts­füh­rerin. Im November wird sie durch die inhalt­liche Ge­schäfts­führerin Martina Hirner, MA unter­stützt.
Die Obfrau und zugleich interi­mistische Ge­schäfts­führerin des Vereins, Dr.in Margit Mennert, übergibt mit Oktober 2013 die Ge­schäfts­führung an ihre Nach­fol­gerinnen.
Im Vorstand legt Gertraud Koch ihre Agenden zurück und Evelina Haspinger übernimmt die Funk­tion der Obfrau-Stell­ver­tre­terin. In dieser Zeit wird der Verein von den zwei größten Förder­gebe­rInnen – Land und Stadt – tat­kräftig unter­stützt. Es werden Sonder­subven­tionen zur Erhaltung des Vereins genehmigt. Zusätz­lich dazu ist der Verein gefordert massiv ein­zusparen, um den durch den Betrug ent­standenen finan­ziellen Ver­lust zu mini­mieren. Es folgen Ein­spa­rungen vor allem im Per­sonal­bereich (Stunden­kürzungen, un­bezahlter Urlaub etc.).

2014

Es beginnt ein Jahr, das von Neu­struktu­rierung und Kür­zungen ge­zeichnet ist. Per­sonell gibt es einige Verän­derungen – lang­jährige Mitar­beite­rinnen verlas­sen zumindest vorüber­gehend den Verein.
Inhalt­lich spitzt sich die Situa­tion am Wohnungs­markt zu. Im betreuten Wohnen können kaum noch Klientinnen an Stadt­wohnungen ab­gelöst werden. Frauen mit Flucht­erfah­rungen nehmen vor allem die Angebote der Bera­tungs­stelle und der Wohn­gemein­schaft in Anspruch. Diese Beglei­tungen und Bera­tungen sind von einem höheren Bedarf an Kon­takten gezeichnet, da die Frauen schon allein durch ihre Sprach­bar­rieren für viele Dinge mehr Unter­stützung benötigen. Durch die schon seit Jahren knapp bemes­senen Personal­res­sourcen können dringend nötige Angebote wie nach­gehende Arbeit nicht um­gesetzt werden. Auch die notwendige Nach­betreuung nach einem Aufent­halt in der Wohn­gemein­schaft oder im Betreuten Wohnen kann auf­grund der Stunden­kür­zungen nicht mehr angeboten werden.
Im März 2014 veran­staltet das Aktions­komitee Schwanger­schafts­ab­bruch eine Fachtagung zum Thema: „In anderen Um­ständen. Die Tabui­sierung des Schwanger­schafts­ab­bruchs als Instru­ment hetero­norma­tiver Dis­zipli­nierung von Frauen.“ Die Veran­staltung ist ein großer Erfolg.
Im November 2014 veran­staltet der Verein mit tat­kräftiger Unter­stützung von 18 Künst­lerInnen einen Dinner Club mit einer Verstei­gerung von Kunst­werken. Die Veran­staltung ist ein Erfolg, viele Unter­stüt­zerInnen des Vereins werden sichtbar und steigern fleißig mit. Der Erlös dieses Abends wird für die Reduk­tion der Vereins­schulden verwendet.
Im Juni diesen Jahres tritt Dr.in Margit Mennert als Ob­frau zurück und übergibt die Agen­den an Evelina Haspinger, die Vorstands­runde wird durch Mag.a Elisabeth Grabner-Niel ergänzt.

2015

Der durch die Krise ein­geleitete Verände­rungs­pro­zess nimmt seinen Lauf. Die Spar­maß­nahmen werden fort­geführt und der Druck auf das Team ist dadurch enorm. Im Früh­jahr verlässt die inhalt­liche Geschäfts­füh­rerin Martina Hirner ,MA den Verein, nicht wenig später tritt der gesamte Vor­stand zurück und auch die wirt­schaft­liche Geschäfts­füh­rerin Dr.in MMag.a Sabine Steiger tritt aus dem Ver­ein aus. Der Vor­stand formiert sich neu und wird sowohl intern als auch extern besetzt: Dr.in Angelika Stimpfl über­nimmt die Ob­frauen Funktion, Mag.a (FH) Barbara Krismer und DSAin Karin Bröckl über­nehmen als Mitar­beite­rinnen die Vorstands­funk­tionen der Kassierin und der Schrift­füh­rerin. Beide über­nehmen mit dem Aus­stieg der Geschäfts­führe­rinnen interi­mistisch geschäfts­führende Agenden.
Mitte Oktober 2015 beginnt die neue Geschäfts­füh­rerin Mag.a Natascha Chmelar ihre Arbeit im Verein. Sowohl die inhalt­lichen als auch wirt­schaft­lichen Agenden liegen bei ihr. Mit November 2015 beginnt Mag.a Verena Winter­steller als Assis­tentin der Geschäfts­führung. Sie unter­stützt die Geschäfts­führung in allen verwaltungs­tech­nischen und organi­sato­rischen Be­langen.
Die Schließung des Vereins kann vor­erst wieder einmal ab­gewendet werden.
Die Tendenz der Klientinnen­kontakte ist weiter steigend, die Themen working poor aber auch Frauen mit Flucht­geschichte stehen im Vorder­grund. Die Wohn­ein­rich­tungen sind wie schon seit Jahren durch­gängig aus­gelastet aufgrund der prekären Situation am Wohnungs­markt (massive Miet­preis­steige­rungen und wenig Angebote für die Klientinnen) fallen Ab­lösungen sehr schwer. Durch­schnitt­lich suchen Frauen 8 Monate bis sie eine finanzier­bare Wohnung finden und dann auch bekommen.
In diesem Jahr wird im Kinder­bereich in der Wohn­gemein­schaft zum ersten Mal das Gewalt­präventions­projekt umgesetzt. Die Kinder­fach­frau arbeitet sowohl mit den Kindern und Jugend­lichen als auch mit den Müttern zum Thema Gewalt. Das Angebot wird interes­siert und engagiert an­genommen.
Landes­rätin Dr.in Christine Baur stellt auf Betreiben des AK Schwanger­schaft­sab­bruch den Härte­fall­fonds zur Verfügung. Diese finan­ziellen Mittel werden für Schwanger­schafts­ab­brüche und Verhü­tungs­mittel für einkommensschwache Frauen verwendet. Die Ver­waltung des Geldes über­nimmt der Verein, die Kri­terien der Anspruchs­berech­tigten wurden im AK Schwanger­schafts­ab­bruch erarbeitet. Das Angebot wird in einem hohen Ausmaß angenommen. – € 15.000,— für Ab­brüche € 5.000,— für Ver­hütung.

2016

Es gelingt mit Juni einen voll­ständig ex­ternen Vor­stand zu be­setzen: Dr.in Angelika Stimpfl bleibt weiter­hin Obfrau, Mag.a Susi Zoller-Mathies über­nimmt die Funk­tion der Kas­sierin, Mag.a Christina Matuella ist fortan Schrift­führerin.
Alle Bereiche arbeiten in­tensiv an der Evalua­tion der Kon­zepte, Ziel­gruppen und Ab­läufe werden re­flektiert, dis­kutiert und den aktuellen Bedin­gungen angepasst.
Im Oktober 2016 feiert der Verein sein 30-jähriges Bestehen unter dem Motto „Gender – immer noch in trouble“.