DOWAS für Frauen

Grundhaltungen im Verein

In unserer Arbeit mit den Frauen und Kindern/Jugendlichen ist unsere frauenspezifische und feministische Grundhaltung eine Voraussetzung. Im Zentrum steht die kritische Auseinandersetzung mit der weiblichen Lebenssituation, die das Wissen über Machtstrukturen und strukturelle Benachteiligung von Frauen beinhaltet. Das Aufzeigen gesellschaftlicher Gegebenheiten soll der Individualisierung von Problemlagen entgegenwirken, die in Folge kein persönliches Versagen darstellen, sondern Ausdruck gesellschaftlicher Konfliktfelder sind. Reflexion und Selbstbewusstsein bilden die Basis dafür, Handlungsspielräume zu erweitern und das eigene Leben selbstbestimmt zu gestalten.

Unsere Arbeitsprinzipien

Frauenspezifische Beratung von Frauen durch Frauen bietet einen geschützten Rahmen zur Auseinandersetzung mit individuellen Problemen und schafft unterstützende Netzwerke zwischen Frauen durch Bezogenheit aufeinander. Unserer Beratungshaltung entsprechend ist die Klientin selbst die Spezialistin für ihre Situation. Sie wird dabei unterstützt, die für sie notwendigen Schritte in dem ihr möglichen Tempo zu machen. Oberstes Ziel ist die Förderderung ihrer Autonomie, um eigenverantwortlich Lösungsstrategien zu erarbeiten und in Zukunft Krisen und Notlagen besser bewältigen zu können.

Jede Frau wird in ihrer psychischen, physischen und sozialen Dimension wahrgenommen und berücksichtigt. Im Beratungskontext hat sowohl die individuelle Lebensgeschichte der Frau, die gesellschaftliche Situation, als auch ihre geschlechtsspezifische Sozialisation Relevanz und Auswirkung. Wir nehmen die Frauen in ihrer gesamten weiblichen Lebenswelt wahr und verstehen unsere Unterstützungsangebote in dieser ganzheitlichen Wirkungsweise.

Wir arbeiten in einem multiprofessionellen Team – psychosoziale, sozialarbeiterische und rechtliche Aspekte werden vereint und bieten den Frauen ein breites und bedarfsorientiertes Spektrum an Beratung und Begleitung.

Die Beraterin steht auf der Seite der Klientin und unterstützt diese beim Erkennen und Durchsetzen ihrer Bedürfnisse. Dabei arbeitet die Beraterin kritisch parteilich mit der Frau an deren eigenen Entwicklungsfeldern und hinterfragt auch schwierige Handlungs- und Sichtweisen der Frau. Differenzierte Parteilichkeit bezieht die gesellschaftlichen Bedingungen von Frauen und die damit einhergehenden Diskriminierungen mit ein. In der Arbeit mit den Kindern und Jugendlichen und deren Müttern spielt die kritische Parteilichkeit eine wichtige Rolle. Die MitarbeiterInnen des Kinderbereichs sind parteilich zu den Kindern und Jugendlichen und vertreten deren Bedürfnisse und Anliegen gegenüber den Erwachsenen (Müttern, Vätern, SystempartnerInnen etc.).

Für die Beratung ist keine Angabe von persönlichen Daten erforderlich. Die Mitarbeiterinnen geben keine Informationen über die Klientinnen und/oder deren Kinder/Jugendliche an Außenstehende weiter. Notwendige Informationen im Kontakt mit Ämtern, anderen Einrichtungen oder Behörden werden nur in Absprache mit der Klientin und mit einer entsprechenden Vollmacht weiter gegeben.

Unsere Angebote sind freiwillig und kostenlos. Es obliegt der Frau unsere Beratung und Begleitung zu nutzen.

In der Arbeit mit den Frauen handeln wir nach dem Prinzip des Empowerments (Ermächtigung) – wir unterstützen sie entsprechend ihren Bedürfnissen und Möglichkeiten. So viel wie nötig – so wenig wie möglich. Dem zugrunde liegt die Haltung, dass jeder Mensch eine Fülle von Kompetenzen und Ressourcen zur Verfügung hat. Wir stärken die Frauen darin, ihre eigenen Ressourcen zu erkennen und zu nutzen. Damit werden sie in ihrer Eigenverantwortlichkeit gestärkt und nehmen ihre eigene Selbstwirksamkeit und Handlungsfähigkeit wahr. Wir bieten Hilfe zur Selbsthilfe.

Wir vernetzen und kooperieren mit allen beteiligten Systemen und SystempartnerInnen, die für die Begleitung und Beratung der Frauen und der Kinder und Jugendlichen relevant sind. Einerseits können dadurch ergänzende Hilfsangebote für die KlientInnen koordiniert und organisiert werden, als auch die Sichtweise auf diese erweitert werden.

In der Kooperation mit anderen Einrichtungen geht es uns um den gemeinsamen sozial- und frauenpolitischen Auftrag in der Gesellschaft. Wir fungieren hier in der Zusammenarbeit mit anderen Einrichtungen als Sprachrohr für die Anliegen von Menschen – in unserem Fall von Frauen und deren Kindern – die Benachteiligungen in der Gesellschaft erfahren. Ziel ist es außerdem an gemeinsamen Qualitätsstandards in der Frauenberatung und der Wohnungslosenhilfe zu arbeiten.

Organigramm

Jahresberichte

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